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Der
Pacific Crest Trail (PCT) erstreckt sich 4277 Kilometer
von der mexikanischen Grenze in Campo, Kalifornien zur kanadischen
Grenze in Manning Provincial Park in British Columbia. Im Gegensatz
zum Appalachian Trail, ein weiterer Ultra-Langstrecken-Wanderweg
im Osten der USA ist der PCT in weiten Teilen ein Pfad durch wilde
unberührte Landschaften. Ortschaften liegen abseits und weit
entfernt voneinander. Um den ganzen Trail in einem Jahr zu erwandern
bleibt nur eine kurze Spanne von etwa 5 Monaten, bevor er anfangs
Oktober erneut vom Winterschnee begraben wird. Man kreuzt drei
Bundes-staaten, Kaliforniern, Oregon und Washington und durchquert
Wüsten, Hochgebirge, endlosen Wälder und feuerspeiend
Vulkanlandschaften. Alljährlich versuchen viele Wanderer die ganze
Strecke zu marschieren, doch scheitern bis 4/5 an ihrem Vorhaben.
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Links

Geschichte
Am 5. Juni 1993 wurde der Pacific Crest Trail endlich
vervollständigt, fast siebzig Jahre nachdem im Jahre 1926
eine Catherine Montgomery zum erstem mal die Idee eines Trails
mit 'Meilensteinen und Schutzhütten entlang der Höhen
der westlichen Gebirgszüge' vorschlug. Deren Geistesblitz
schlug aber nicht ein, und die Idee verliess das Kaffeekränzchen
der Damenrunde nie. Erst Clinton C. Clark unterbreitete 1932 Bundesbeamten
des U.S. Park Service und des U.S. Forest Service den Einfall
eines durchgehenden, von Grenze zu Grenze führenden Trails.
Seine Vision war, die Menschen zu einem einfacheren und natürlicheren
Leben zu führen. Doch zu dieser Zeit hatten die Leute ganz
andere Utopien; die einen träumten von schnelleren Autos,
Radios, Flugzeugen und dem unbeschwerten Leben in einer industrialisierten
Welt, und die restlichen 99%, von einem Stück Brot und einem
Dach über dem Kopf. Die Depression hing noch immer wie ein
Leichentuch über dem Land, und obwohl weitschweifende Exploration
und Migration im Blut der Amerikaner steckte, konnte sich kaum
jemand für ein umfangreiches Wandernetz erwärmen. Geld war
weder für den Aufbau und Unterhalt eines Weges noch für Kartografierung
und den Erwerb von Landrechten aufzutreiben.
Nichtsdestotrotz existierte bereits in den 20-er Jahren im Nordwesten
der USA der Oregon Skyline Trail, der bis zum Ende des Jahrzehntes
hinunter an die Grenze Kaliforniens und rauf bis an den Columbia
River gezogen wurde. So war ganz Oregon von Staatengrenze zu Staatengrenze
mit einem Weg verbunden, in Kalifornien jedoch fand man lediglich
dreihundert Kilometer eines Trails, den John Muir Trail, der zwei
Punkte im Nirgendwo verband. Um seinem Gedanken einen Rahmen zu
geben, gründete Clarke die Pacific Crest Trail System Conference
deren Präsident er die folgenden 25 Jahre sein sollte. Zu
diesem Zeitpunkt erschien auch Warren Rogers auf der Bildfläche
in Form des Vorstandssekretärs der Konferenz. Gemeinsam wollten
sie beweisen, daß es möglich ist, von Mexiko nach Kanada
zu wandern. Natürlich schnürten sie nicht ihr Bündel
und spazierten drauf los, sie suchten sich junge Burschen, die
wild darauf waren, sich viertausend Kilometer weit durch die Büsche
zu schlagen. Am 15. Juni 1935 fuhr Rogers das erste Staffelteam
nach Campo runter, und um 10:50 wurde ihr Logbuch, welches den
Weg bis Kanada machen sollte, in Campo mit einem offiziellen Stempel
ausstaffiert. So lösten sich vierzig Teams die Suche nach
einem Weg gen Norden ab: Im ersten Sommer erreichten sie Tuolumne
Meadows im Yosemite Nationalpark, im zweiten Lake Odell in Oregon,
im dritten Stevens Pass in Washington und im vierten erreichte
am 5. August 1938, fünfzig Monate nach dem Start, das letzte
Team die kanadische Grenze.
Der U.S. Forest Service designierte im Verlaufe dieses Mammutmarsches
die Skyline und Cascade Crest Trails als Teil des Pacific Crest
Trail Systems. Trotz dieses Erfolges machten Clarks Pläne
keine großen Fortschritte, und als er 1957 mit 84 Jahren verschied,
löste sich die Konferenz in Rauch auf.
Die 60-er Jahre brachten neuen Schwung in die Geschichte. Freiluftaktivitäten
und Zeltabenteuer standen hoch im Kurs. Sogar US Präsident
Johnson ließ sich aus dem Chefsessel bequemen und klopfte auf
den Tisch um die Entwicklung eines nationalen Trailsystems durchzupauken.
Was herausschaute war ein Bericht mit dem klangvollen Namen 'Trails
of America'. Um die Sache ein wenig in die Länge zu ziehen
und womöglich wichtiger erscheinen zu lassen, entstand daraus
der 'National Trails System Act', der es tatsächlich fertig brachte,
den Appalachian und den Pacific Crest Trail als die beiden ersten
'National Scenic Trails' zu ernennen. Daraufhin spuckte man ernsthaft
in die Hände: Der U.S. Forest Service koordinierte den Bau
eines durchgehenden, gekennzeichneten und, was nicht unwesentlich
ist, instand gehaltenen Hochgebirgstrails durch drei Bundesstaaten,
acht Nationalparks, fünf State Parks, 24 National Forests, 32
Wilderness Areas, drei Bureau of Land Managements Districts und
durch staatliche wie private Grundstücke. Am 22. Juli 1975
erhielt das dreieckige PCT-Symbol sogar seine eigene Patentnummer,
damit auch ja keiner auf die Idee kommt, irgendwelche Wandervögel
mit gefälschten Zeichen in irgendwelche Pubs oder Restaurants
zu lotsen.
Das 1968 gegründete 'Pacific Crest National Scenic Trail
Advisory Council', welches fortan die Aufgabe hatte, den Trail
zu managen, amüsierte sich bei seiner ersten Sitzung über
Eric Ryback, der behauptete, als erster Mensch die gesamte Länge
des Weges gewandert zu sein. Natürlich glaubte und gönnte
ihm dies keiner, und so wurde im 1973 veröffentlichten Buch
'The Pacific Crest Trail' Richard Watson, der am 1. September
1972 an der Grenze eintrudelte, als höchstwahrscheinlich
erster Thru-Hiker betitelt. Welche Weg dieser jedoch genommen
hatte, weiß niemand genau, denn es wurde berichtet, daß es unmöglich
sei, dem offiziellen Weg zu folgen, da man auf Privatgrundstücken
von wenig freundlich dreinschauenden Revolverhelden auf andere
Bahnen geschickt wurde.
Im Jahr als Watson den Trail abmarschierte, oder eben nicht, rechnete
man die Gesamtstrecke auf 4109 Kilometer hoch. Jedoch waren nach
wie vor nur die Hälfte wirklich ein Trail, so wie wir ihn heute
antreffen, mit standardisierter Steigung, Weite, Streckenlegung
und was man sonst noch so auf einem Schreibtisch normieren kann.
Nachdem man eintausendfünfhundert Kilometer Wege gebaut hatte
waren 1980 etwa 90% fertig gestellt. Erst 1993 wurde der allerletzte
Brocken vollendet, und dies mit der 25-jährigen Verabschiedung
des National Trails System Act gebührend gefeiert.

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